Zinseszinsrechner

Festgeld und Tagesgeld: Zinsen bis auf den Cent berechnen

Mit Anlagebetrag, Zinssatz und den genauen Daten von Anlage und Fälligkeit rechnet der Rechner die Zinsen so, wie die Bank sie abrechnet: nach Zinsmethode, mit oder ohne Zinsansammlung und nach Steuer.

Zinsmethode, Zinsen, Steuer öffnenschließen
Zinsmethode
Zinsen pro Jahr
Kirchensteuer
Zinsen brutto––
Zinstage––
Steuer––
Auszahlung bei Fälligkeit––

Steuer vereinfacht auf die gesamten Zinsen gerechnet; die Bank zieht sie bei jeder Zinsgutschrift ab.

Zinsformel für taggenaue Zinsen

Innerhalb einer Zinsperiode rechnen Banken mit einfacher Verzinsung: Kapital mal Zinssatz mal Anteil des Jahres. Zinseszins entsteht erst, wenn die Zinsen gutgeschrieben sind und in der nächsten Periode mitverzinst werden.

Zinsen = Kapital × Zinssatz ÷ 100 × Zinstage ÷ Tage im Jahr

Beispiel: 10.000 € zu 3 % vom 1. Oktober 2026 bis zum 1. Januar 2027. Das sind 92 Zinstage, der Anlagetag zählt mit, der Rückzahlungstag nicht. Nach act/365 ergibt das 10.000 × 0,03 × 92 ÷ 365 = 75,62 €, nach act/360 sind es 76,67 €. Das Voreinstellungsbeispiel im Rechner, 10.000 € zu 3 % vom 1. November 2026 bis 1. November 2028 mit Zinsansammlung, bringt im ersten Jahr 300,00 € und im zweiten Jahr 309,85 €: Das zweite Zinsjahr enthält den 29. Februar 2028 und hat 366 Tage, und die 300 € des ersten Jahres werden mitverzinst.

Zinsauszahlung oder Zinsansammlung beim Festgeld

Festgeldbanken bieten zwei Varianten an. Bei der Zinsauszahlung überweist die Bank die Zinsen jedes Jahr auf das Referenzkonto; das Festgeld bleibt beim Anlagebetrag stehen. Bei der Zinsansammlung werden die Zinsen dem Festgeld zugeschlagen und im nächsten Jahr mitverzinst. Nur die zweite Variante bringt Zinseszins: Bei 10.000 € zu 3 % über fünf Jahre sind das 1.592,74 € statt 1.500,00 € Zinsen. Welche Variante gilt, steht im Produktinformationsblatt; viele Banken bieten bei Laufzeiten über einem Jahr nur die Auszahlung an.

MerkmalZinsauszahlungZinsansammlungZinsen am Laufzeitende
Zinseszinsneinja, jährlichje nach Bank ja oder nein
Steuerjedes Jahrjedes Jahr bei der Gutschriftalles im Jahr der Fälligkeit
Sparerpauschbetragjährlich nutzbarjährlich nutzbarnur einmal, Rest wird versteuert
Geeignet fürlaufendes EinkommenVermögensaufbaukleine Beträge unter dem Pauschbetrag

Die dritte Spalte betrifft Festgelder, die alle Zinsen erst bei Fälligkeit gutschreiben. Bei 50.000 € zu 3 % über drei Jahre fallen dann 4.500 € Zinsen ohne Zinseszins (mit Zinseszins 4.636,35 €) in einem einzigen Steuerjahr an. Nach 1.000 € Pauschbetrag kostet das rund 923 € Steuer. Bei jährlicher Gutschrift laufen dreimal 1.500 € gegen dreimal 1.000 € Pauschbetrag, die Steuer sinkt auf rund 396 €, sofern keine anderen Kapitalerträge den Pauschbetrag belegen.

Zinsmethoden 30/360, act/360 und act/365

MethodeTage im MonatTage im JahrZinsenüblich bei
act/365tatsächliche Tage365147,95 €viele Festgelder, Anleihen in Pfund
act/360tatsächliche Tage360150,00 €Geldmarkt, viele Tagesgeldkonten
30/36030 je Monat360149,17 €Sparbücher, ältere Sparverträge
10.000 € zu 3 % vom 1. Januar bis 30. Juni 2026: 180 tatsächliche Tage, 179 Tage nach 30/360

Die Zinsmethode legt fest, wie viele Tage gezählt werden und durch welche Jahreslänge geteilt wird. Sie erklärt die meisten Cent-Abweichungen zwischen eigener Rechnung und Bankabrechnung.

act/365
Tatsächliche Tage geteilt durch 365, in Schaltjahren teils durch 366 (act/act). Ein volles Jahr bringt genau den Nominalzins. Verbreitet bei Festgeld und Anleihen.
act/360
Tatsächliche Tage geteilt durch 360, auch Eurozinsmethode. Ein volles Jahr ergibt 365/360 des Nominalzinses, aus 3 % werden rund 3,04 %. Üblich am Geldmarkt und bei vielen Tagesgeldkonten.
30/360
Jeder Monat zählt 30 Tage, das Jahr 360, auch deutsche kaufmännische Methode. Der 31. eines Monats zählt nicht, der Februar zählt voll. Üblich bei Sparbüchern und älteren Sparverträgen.

Die Methode steht im Preis- und Leistungsverzeichnis oder in den Sonderbedingungen des Kontos. Weitere Gründe für Abweichungen: Die Bank rundet je Zinsgutschrift auf den Cent, Wertstellung und Buchungstag liegen bei Überweisungen ein bis zwei Bankarbeitstage auseinander, und die Steuer wird bei jeder Gutschrift einzeln abgezogen.

Neukundenzins und spätere Zinssenkung beim Tagesgeld

Tagesgeldzinsen sind variabel, die Bank kann sie jederzeit anpassen, meist nach Leitzinsentscheidungen der EZB. Hohe Angebote gelten oft nur für Neukunden, für drei bis sechs Monate und bis zu einer Höchstsumme. Danach fällt der Satz auf den Bestandskundenzins. Ein Jahresertrag lässt sich deshalb nur in Abschnitten rechnen.

  • Abschnitte: 20.000 € zu 3 % für vier Monate, danach 1,5 % für acht Monate: 200 € plus 200 € = 400 € im Jahr. Der beworbene Satz hätte 600 € versprochen.
  • Höchstsumme: Liegt die Anlage über der Grenze des Angebots, gilt für den übersteigenden Teil sofort der niedrigere Satz.
  • Gutschriftintervall: Monatliche Gutschrift bringt etwas Zinseszins innerhalb des Jahres. 20.000 € zu 2,5 % ergeben monatlich gutgeschrieben 505,77 € statt 500,00 €.
  • Im Rechner: Beide Abschnitte nacheinander rechnen und das Ergebnis des ersten als Anlagebetrag des zweiten eintragen.

Für eine Rechnung über mehrere Jahre gehört der dauerhafte Bestandskundenzins in den Zinseszinsrechner, nicht der Aktionszins. Die Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank zeigt monatlich die Durchschnittszinsen der Banken für Sichteinlagen und Festgeld nach Laufzeiten.

Festgeldleiter mit gestaffelten Laufzeiten

Längere Laufzeiten bringen oft einen höheren Zins, binden das Geld aber; vorzeitig kündigen lässt sich ein Festgeld in der Regel nicht. Eine Festgeldleiter verbindet beides: Der Betrag wird auf mehrere Laufzeiten verteilt, sodass jedes Jahr ein Teil frei wird.

  1. Gesamtbetrag in gleich große Teile aufteilen, etwa 40.000 € in vier Teile zu 10.000 €.
  2. Die Teile mit 1, 2, 3 und 4 Jahren Laufzeit anlegen, jeweils bei der Bank mit dem besten Zins für diese Laufzeit.
  3. Wird der erste Teil fällig, ihn für 4 Jahre neu anlegen. Ab dann wird jedes Jahr ein Teil frei, und alle Teile laufen zum Zins der längsten Stufe.
  4. Freiwerdende Teile in einem Jahr mit Geldbedarf aufs Tagesgeld legen statt neu anzulegen.

Die Leiter verteilt auch das Zinsänderungsrisiko: Sinken die Zinsen, laufen drei Viertel des Geldes noch zu den alten Sätzen; steigen sie, wird jedes Jahr ein Viertel zum neuen Satz angelegt. Bei Zinsauszahlung landen die Zinsen aller Stufen jährlich auf dem Referenzkonto, Zinseszins entsteht dann nur, wenn sie neu angelegt werden.

Einlagensicherung bis 100.000 € je Bank

Innerhalb der EU sind Einlagen gesetzlich bis 100.000 € pro Person und Bank geschützt, bei Gemeinschaftskonten bis 200.000 €. Tagesgeld, Festgeld und Girokonto bei derselben Bank werden zusammengezählt. Die Entschädigung muss innerhalb von sieben Arbeitstagen fließen. In Sonderfällen, etwa nach einem Immobilienverkauf, sind in Deutschland vorübergehend bis 500.000 € geschützt.

  • Deutsche Banken: Private Banken sind zusätzlich oft im freiwilligen Einlagensicherungsfonds, Sparkassen und Volksbanken in ihrer Institutssicherung.
  • Ausländische Banken: Es greift die Einlagensicherung des Heimatlandes. Wie belastbar sie ist, hängt an der Kreditwürdigkeit dieses Staates, ablesbar am Länderrating.
  • Steuer bei ausländischen Banken: Ohne deutsche Niederlassung wird keine Abgeltungsteuer einbehalten; die Zinsen gehören in die Anlage KAP der Steuererklärung. Manche Länder behalten Quellensteuer ein, die angerechnet oder zurückgefordert werden muss.

Angesammelte Zinsen zählen zur Grenze

Wer 100.000 € mit Zinsansammlung anlegt, liegt nach der ersten Zinsgutschrift über der geschützten Summe. Für Beträge in dieser Nähe die Anlage auf zwei Banken aufteilen oder Zinsauszahlung wählen.

Fälligkeit, Prolongation und Anschlussanlage

Am Fälligkeitstag zahlt die Bank Anlage und Zinsen auf das Referenzkonto aus oder verlängert das Festgeld automatisch, wenn das vereinbart ist. Die Prolongation läuft zum dann gültigen Zins, der deutlich unter dem ursprünglichen liegen kann. Viele Banken schreiben einige Wochen vor Fälligkeit an; wer nicht reagiert, landet in der Verlängerung oder auf dem Tagesgeld der Bank.

  1. Fälligkeitsdatum im Kalender eintragen, mit einem Vorlauf von vier Wochen.
  2. Prüfen, ob eine automatische Verlängerung vereinbart ist, und sie bei Bedarf rechtzeitig abwählen.
  3. Aktuelle Zinsen für die gewünschte Laufzeit vergleichen; maßgeblich ist der neue Zins, nicht der alte.
  4. Auszahlungsbetrag im Rechner als neuen Anlagebetrag mit dem neuen Satz und den neuen Daten eintragen.