Zinseszinsrechner

Entnahmeplan: monatliche Auszahlung aus dem Ersparten berechnen

Aus Kapital, erwarteter Rendite und Dauer ergibt sich die Monatsrate, die das Vermögen genau aufbraucht oder es real erhält; eine Wunschrate zeigt, wie lange das Geld reicht.

Reichweite und Restkapital öffnenschließen
Rate mit Kapitalverzehr––
Rate ohne Kapitalverzehr––
Reichweite der Wunschrate––
Summe aller Auszahlungen––

Auszahlung am Monatsanfang, Erhöhung jeweils zu Jahresbeginn, konstante Rendite, vor Steuern.

Entnahme mit oder ohne Kapitalverzehr

Mit Kapitalverzehr

1.567 € im Monat

300.000 €, 4 % Rendite, 25 Jahre, feste Rate; danach ist das Kapital aufgebraucht

Ohne Kapitalverzehr

979 € im Monat

300.000 €, 4 % Rendite, nur die Erträge werden entnommen; das Kapital bleibt nominal erhalten

Beim Kapitalverzehr enthält jede Rate einen Teil Ertrag und einen Teil Kapital. Am Anfang besteht die Rate überwiegend aus Erträgen, weil das Kapital noch groß ist; gegen Ende fast nur noch aus Kapital. Mathematisch ist das eine Annuität, derselbe Mechanismus wie bei einem Kredit, nur in umgekehrter Richtung. Ohne Kapitalverzehr bleibt die Summe für Erben, Pflegekosten oder einen späteren Umzug stehen, die Rate liegt dafür im Beispiel 588 € niedriger. Der Mittelweg ist das Feld „Restkapital am Ende“: Es legt fest, wie viel nach der gewählten Dauer übrig bleiben soll.

Rate (Auszahlung am Monatsende) = K × i ÷ (1 − (1 + i)^−N) Rate (Monatsanfang) = Ergebnis ÷ (1 + i)

K ist das Kapital, i der Monatszins, N die Zahl der Monate. Der Rechner nutzt den konformen Monatszins i = (1 + Jahresrendite)^(1/12) − 1, damit 4 % auch genau 4 % im Jahr ergeben. Für 4 % sind das 0,32737 % pro Monat. Nachgerechnet: 300.000 × 0,0032737 ÷ (1 − 1,0032737^−300) = 1.571,69 € bei Auszahlung am Monatsende; geteilt durch 1,0032737 ergibt sich die Rate von 1.566,56 € am Monatsanfang, die der Rechner zeigt. Ohne Kapitalverzehr lautet die Formel K × i ÷ (1 + i), also 978,92 €.

Monatsrate nach Dauer und Rendite

Die Dauer der Entnahme hängt am Alter beim Start. Nach der Sterbetafel des Statistischen Bundesamts leben 65-jährige Männer im Schnitt noch rund 18 Jahre, Frauen rund 21 Jahre. Ein Durchschnitt deckt aber nur die Hälfte der Fälle ab: Wer das Kapital nicht überleben will, plant bis 90 oder 95, also 25 bis 30 Jahre ab 65.

Dauer2 % fest4 % fest6 % fest4 %, Rate +2 % jährlich
15 Jahre1.925 €2.201 €2.494 €1.937 €
20 Jahre1.513 €1.801 €2.112 €1.521 €
25 Jahre1.267 €1.567 €1.895 €1.273 €
30 Jahre1.104 €1.415 €1.760 €1.109 €
35 Jahre989 €1.311 €1.671 €992 €
300.000 € Startkapital, Auszahlung am Monatsanfang, vollständiger Kapitalverzehr; letzte Spalte: Startrate im ersten Jahr

Welche Rendite in die Rechnung gehört, hängt an der Anlage in der Auszahlphase. Ein reines Aktien-ETF-Depot erzielte langfristig 6 bis 7 % nominal, schwankt aber stark. Viele Ruheständler mischen Aktien und Anleihen oder Tagesgeld, etwa 50 zu 50; dafür sind 3 bis 4 % nach Kosten eine vorsichtige Annahme. Tagesgeld und Festgeld allein liegen 2026 bei rund 2 bis 3 %.

Wie lange das Kapital bei fester Monatsrate reicht

Monatsrate2 % Rendite4 % Rendite6 % Rendite4 %, Rate +2 % jährlich
800 €48,6 Jahreunbegrenztunbegrenzt48,7 Jahre
1.000 €34,4 Jahre98,3 Jahreunbegrenzt34,6 Jahre
1.500 €20,2 Jahre26,9 Jahre59,5 Jahre20,3 Jahre
2.000 €14,3 Jahre17,1 Jahre22,3 Jahre14,4 Jahre
300.000 € Startkapital, Auszahlung am Monatsanfang; „unbegrenzt“: über 100 Jahre

Die Reichweite kippt an einer Schwelle. Solange die Entnahme kleiner ist als der Ertrag, wächst das Kapital trotz Entnahme. Bei 4 % Rendite liegt diese Grenze für 300.000 € bei rund 980 € im Monat. 1.000 € reichen knapp 100 Jahre, 1.500 € nur noch 27 Jahre, 2.000 € gut 17 Jahre. Oberhalb der Schwelle zehrt jede Rate Kapital auf, das danach keine Erträge mehr bringt, und die Restlaufzeit schrumpft immer schneller. Steigt die Rate jährlich um 2 %, sinkt die Reichweite von 1.000 € auf rund 35 Jahre.

Umgekehrt lässt sich das nötige Kapital für eine Rentenlücke bestimmen: Für 1.000 € im Monat, jährlich um 2 % erhöht, braucht es bei 4 % Rendite über 25 Jahre rund 236.000 €, über 30 Jahre rund 271.000 €. Bei nur 3 % Rendite sind es für 30 Jahre rund 309.000 €. Wie viel monatlich bis dahin gespart werden muss, zeigt der Zinseszinsrechner mit dem Rechenziel „benötigte Sparrate“.

4-Prozent-Regel in Euro umgerechnet

Die 4-Prozent-Regel geht auf den US-Finanzplaner William Bengen (1994) und die Trinity-Studie von 1998 zurück. Untersucht wurden US-Portfolios aus Aktien und Anleihen über 30-jährige Entnahmezeiträume seit 1926. Wer im ersten Jahr 4 % des Startkapitals entnahm und den Betrag danach jedes Jahr um die Inflation erhöhte, hatte bei aktienlastigen Mischungen in mehr als 95 % der historischen Zeiträume nach 30 Jahren noch Geld übrig.

Startkapital3 % pro Monat3,5 % pro Monat4 % pro Monat
250.000 €625 €729 €833 €
500.000 €1.250 €1.458 €1.667 €
750.000 €1.875 €2.188 €2.500 €
1.000.000 €2.500 €2.917 €3.333 €
Rate im ersten Jahr vor Steuern; ab dem zweiten Jahr um die Inflation des Vorjahres erhöht

Rückwärts gerechnet: Wer 1.000 € im Monat entnehmen will, braucht nach der 4-Prozent-Regel das 300-Fache, also 300.000 €; mit 3,5 % rund 343.000 €, mit 3 % 400.000 €. Für Anleger in Deutschland gelten drei Einschränkungen:

  • Datenbasis: Die USA hatten einen der stärksten Aktienmärkte des 20. Jahrhunderts. Studien mit internationalen Daten kommen für europäische Anleger eher auf 3 bis 3,5 %.
  • Dauer: Die Regel gilt für 30 Jahre. Wer mit 55 in den Ruhestand geht und 40 Jahre planen muss, setzt niedriger an.
  • Kosten und Steuern: Beides ist nicht abgezogen. Bei 0,2 % Fondskosten bleiben effektiv 3,8 %; die Abgeltungsteuer auf den Gewinnanteil kommt noch dazu.

Entnahme jährlich an die Inflation anpassen

Eine feste Rate verliert jedes Jahr an Kaufkraft. Bei 2 % Inflation entsprechen 1.500 € nach 20 Jahren nur noch dem, was heute rund 1.009 € kostet. Um die Kaufkraft zu halten, steigt die Rate jedes Jahr um die Inflationsrate. Das senkt die Startrate: Bei 300.000 €, 4 % Rendite und 25 Jahren fällt sie mit 2 % jährlicher Erhöhung von 1.567 € auf rund 1.273 €, weil die späteren, höheren Raten vorab mitfinanziert werden müssen.

Rate im Jahr n = Startrate × (1 + Inflation)^(n − 1) 1.500 € → 1.828 € (Jahr 11) → 2.229 € (Jahr 21) → 2.717 € (Jahr 31)

Als Anpassungswert eignet sich die Inflationsrate des Vorjahres laut Statistischem Bundesamt. In Jahren mit hoher Inflation wie 2022 (6,9 %) oder 2023 (5,9 %) zehrt die volle Anpassung spürbar am Kapital; eine Obergrenze, etwa 3 % pro Jahr, begrenzt dieses Risiko. Die gesetzliche Rente steigt ebenfalls jährlich zum 1. Juli; wer das Depot nur als Ergänzung nutzt, kann die Anpassung an der Rentenerhöhung ausrichten.

Steuer auf Entnahmen aus dem ETF-Depot

Bei einer Entnahme verkauft die Bank Fondsanteile. Steuerpflichtig ist nur der Gewinn in den verkauften Anteilen, nicht die ganze Entnahme. Die Bank rechnet nach dem FIFO-Prinzip: Zuerst werden die ältesten Anteile verkauft, die meist den höchsten Gewinnanteil tragen.

  1. Gewinnanteil der verkauften Anteile bestimmen: Verkaufswert minus Kaufpreis minus bereits versteuerte Vorabpauschalen.
  2. Teilfreistellung abziehen: Bei Aktienfonds bleiben 30 % des Gewinns steuerfrei, bei Mischfonds 15 %.
  3. Sparerpauschbetrag abziehen: 1.000 € pro Person und Jahr, 2.000 € bei Zusammenveranlagung, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt.
  4. Auf den Rest 26,375 % Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag, mit Kirchensteuer 27,82 % oder 27,99 %.

Beispiel: 12.000 € Jahresentnahme, Gewinnanteil 50 %. Steuerpflichtig sind 6.000 € × 0,7 = 4.200 €, nach Pauschbetrag 3.200 €, Steuer rund 844 €. Netto bleiben 11.156 €, also rund 930 € im Monat. Liegt das gesamte zu versteuernde Einkommen unter dem Grundfreibetrag (12.348 € im Jahr 2026), holt die Günstigerprüfung in der Steuererklärung (Anlage KAP) die Abgeltungsteuer ganz oder teilweise zurück. Ehepaare verteilen Depot und Freistellungsaufträge so, dass beide Pauschbeträge genutzt werden.

Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Kassenbeiträge auf Kapitalerträge

Wer in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert ist, zahlt auf Kapitalerträge keine Kranken- und Pflegebeiträge. Freiwillig gesetzlich Versicherte, etwa viele frühere Selbstständige, zahlen Beiträge auch auf realisierte Gewinne. Die Nettorate fällt dann um rund ein Fünftel des Gewinnanteils niedriger aus.

Kursrückgänge zu Beginn der Entnahme

Verlauf über 10 JahreRenditenKapital nach 10 Jahren
Crash im 10. Jahr9 × +7 %, dann 1 × −25 %430.364 €
Crash im 1. Jahr1 × −25 %, dann 9 × +7 %334.540 €
500.000 € Start, 25.000 € Entnahme zu Jahresbeginn; beide Verläufe haben dieselbe Durchschnittsrendite von 3,26 % p. a.

Dieselben Jahresrenditen in anderer Reihenfolge führen zu fast 96.000 € Unterschied. Fällt der Kurs früh, müssen für dieselbe Entnahme mehr Anteile verkauft werden, und diese Anteile fehlen bei der Erholung. Dieses Sequenzrisiko gibt es nur, solange Geld fließt; bei einer Einmalanlage ohne Entnahme ist die Reihenfolge der Renditen egal. Der Rechner rechnet mit konstanter Rendite und bildet das Risiko nicht ab.

  • Liquiditätspuffer: zwei bis drei Jahresentnahmen in Tagesgeld halten und in Verlustjahren daraus entnehmen statt aus dem Depot.
  • Mischung: ein Anteil Anleihen oder Festgeld, aus dem nach Kursrückgängen entnommen wird, während die Aktien sich erholen.
  • Flexible Rate: nach einem Verlustjahr die Inflationsanpassung aussetzen oder die Rate um 10 % kürzen.

Rate jährlich neu festlegen

Ein Entnahmeplan ist keine einmalige Rechnung. Der Rechner nimmt eine konstante Rendite an, das reale Depot schwankt. Die jährliche Neuberechnung passt die Rate an die tatsächliche Entwicklung an:

  1. Zu Jahresbeginn den aktuellen Depot- und Kontostand als „Kapital zu Beginn“ eintragen.
  2. Die verbleibende Dauer um ein Jahr verkürzen.
  3. Eine vorsichtige Rendite ansetzen, nicht die des letzten guten Jahres.
  4. Neue Rate übernehmen: Nach guten Jahren steigt sie, nach schlechten sinkt sie. So endet der Plan nicht unbemerkt zu früh.

Banken bieten automatische Entnahmepläne mit festem Betrag oder festem Prozentsatz an. Ein fester Prozentsatz passt sich von selbst an den Depotwert an, schwankt aber in der Höhe. Ein fester Betrag ist planbar, braucht aber die jährliche Prüfung. Bei manchen Anbietern kostet jeder Verkauf eine Ordergebühr; bei monatlicher Entnahme summiert sich das, eine vierteljährliche Entnahme auf ein Tagesgeldkonto ist dann günstiger.